Nachdem Andre H. wegen Buchrecherchen in einer Universitätsbibliothek ins Visier des BKA geraten ist (er ist Soziologe und beschäftigt sich mit linken Gruppierungen), hat man in England jetzt einem Iraker, der auf einer Terrorliste steht, verboten am Biologie- und Chemieunterricht teilzunehmen. Dort könnte ja Wissen vermittelt werden, das nützlich sei, um einen Anschlag zu planen.
Kann man die Bigotterie der heutigen Gesellschaft besser formulieren? Die Leute, die das Wissen haben, wie man Terroranschläge plant (nämlich die Politiker und Militärs und Sicherheitsdienste – schliesslich müssen sie sich dagegen wappnen), entscheiden, dass andere Menschen gar kein Wissen haben dürfen, noch nicht mal normales Schulwissen. Denn Politiker übertreten nie ein Gesetz!
Wobei der Iraker (im Irak ausgebildeter Arzt) sich nicht frei bewegen und damit auch nicht arbeiten kann, da er auf der Terrorliste steht, sich entschloss die Zeit zu nutzen und sich weiterzubilden. Der English Kurs war wohl noch okay, aber Biologie und Chemie waren dann doch zu gefährlich. Wir reden über Wissen der Sekundarstufe!
Der Telepolis Artikel fragt auch nach den Grenzen der Terrorverbote: Ein U-Bahn Fahrplan oder schlicht die Fähigkeit zu Lesen und Schreiben ist durchaus nützlich böses auszuhecken.
Und so schliesst der Artikel mit der Wunsch:
“Es steht zu hoffen, dass bei aller Terrorangst wieder ein wenig Vernunft einzieht, sonst wird die Terrorbekämpfung ähnlich gefährlich wie eine extremistische und fundamentalistische Auslegung der Religion.”
Telepolis